Das digitale Archiv des IMD: Symposium am 9. November 2017

In einem groß angelegten Digitalisierungsprojekt hat das Internationale Musikinstitut Darmstadt (IMD) seit 2010 zentrale Teile seines wertvollen Archivs digital gesichert und in einer Datenbank erschlossen. Mit einem Symposium am 9. November 2017 (10:00 bis 16:00 Uhr, Designhaus Darmstadt) wird die digitale Sammlung öffentlich vorgestellt und ist ab dann online recherchierbar.

 

PROGRAMM:

 

10:00 Uhr Grußworte:
Dr. Thomas Schäfer (Direktor des IMD)
Jochen Partsch (Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt)
Dr. Julia Cloot (Kuratorin und stellvertretende Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain)
10:30 Uhr Einführung Jürgen Krebber (IMD)
11:00 Uhr Prof. Dr. Gianmario Borio (Venedig): Musikarchive im 21. Jahrhundert: Herausforderungen an Politik und Technologie

 

Mittagsimbiss

 

12:30 Uhr Jürgen Enge (Basel): Digitalisiert – was nun? Möglichkeiten und Potentiale der Nachnutzung
13:15 Uhr Prof. Dr. Dörte Schmidt (Berlin): "Ereignis Darmstadt“. Archivierungsstrategien, musikhistorische Arbeit und forschungs- wie kulturpolitische Perspektiven der digitalen Archiverschließung
14:00 Uhr Prof. Kirsten Reese (Berlin): Komponieren mit dem Archiv. Vom künstlerischen Umgang mit Archiven
14:45 Uhr Kaffeepause
15:00 Uhr Diskussion

 

Ort: Designhaus (Eugen-Bracht-Weg 6, 64287 Darmstadt)

 

Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten unter:
T +49 6151 13 2416
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und die Hessische Kulturstiftung.

Digitalisierung des IMD-Archivs

Das Archiv des IMD beherbergt vor allem Dokumente der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik (kurz: Darmstädter Ferienkurse). Von ihren Anfängen 1946 bis heute sind die Ferienkurse eine der zentralen Plattformen für Komposition und Aufführungspraxis zeitgenössischer Musik: In ihrer konzentrierten Verbindung von Sommerakademie, Diskursforum, Netzwerk und Musikfestival sind sie weltweit einzigartig und umfassen eine große Bandbreite an Formaten wie Seminaren und Meisterkursen für Komposition und Interpretation, Konzerte, Performances, Workshops, Lectures und Panels.

 

Über mehr als sieben Jahrzehnte hinweg haben unterschiedlichste Künstler*innen die Darmstädter Ferienkurse besucht – unter ihnen Schlüsselfiguren der Musik des 20. Jahrhunderts. Das macht das IMD-Archiv zu einer zentralen Sammlung zur Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Gleichzeitig spiegelt die Vielfalt der Zeitdokumente – Korrespondenz, Fotos, Ton- und Videoaufnahmen – über 70 Jahre Musikdiskurs und musikalische Aufführungspraxis.

 

Die digitale Sammlung umfasst derzeit etwa 89.000 Datensätze, davon ca. 7.400 Audio-Titel, ca. 27.500 Fotos und Kontaktabzüge, ca. 38.000 Briefe, Telegramme und Postkarten, ca. 13.000 Verwaltungsdokumente sowie ca. 1.700 Dokumente verschiedener Textgattungen.
Die digitalen Bestände können ab 9. November online unter www.imd-archiv.de recherchiert werden und sind zu Forschungszwecken vor Ort im IMD einsehbar.

 

Kooperationspartner:

Deutsches Rundfunkarchiv

Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (Institut für Digitales Gedächtnis)

Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim / Holzminden / Göttingen

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

 

IMD-Team des Archiv-Projekts:

Gudrun Glemann

Nikolaus Heyduck

Jürgen Krebber (Projektleitung)

Claudia Mayer-Haase

Text-, Foto- und Audiodatenbank des IMD

 

Dieses Projekt wird ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain
und die Hessische Kulturstiftung.

 

Logo KUlturfonds

Logo Hessische Kulturstiftung

CD-Reihe "Darmstadt Aural Documents"

Beim Münchner Label NEOS Music erscheint seit 2010 die CD-Reihe "Darmstadt Aural Documents", die Teile des bedeutenden Schallarchivs der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik zugänglich macht. Ermöglicht wird dies durch die umfassende Digitalisierung der Tondokumente aus dem IMD-Archiv in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Rundfunkarchiv (DRA).

 

Die erste CD-Box "Composers - Conductors" erschien 2010 und vereinte Aufnahmen von Werken unter der Leitung der jeweiligen Komponisten, u.a. Boulez, Brown, Furrer, Kagel, Pousseur, Stockhausen.

 

2012 veröffentlichte NEOS die zweite CD-Box und machte damit ein wichtiges Archiv-Dokument von John Cages legendärem Darmstadt-Aufenthalt 1958 erstmalig auf CD verfügbar: die Lecture Communication (Kommunikation), gehalten von Cage am 9. September 1958 bei den Darmstädter Ferienkursen als Abschluss seiner dreiteiligen Vortragsreihe Composition as Process (Komposition als Prozess). In seinen Text waren Live-Aufführungen von Klavierkompositionen eingebettet: David Tudor spielte For Piano with Preparations von Christian Wolff, Bo Nilssons Quantitäten sowie gemeinsam mit Cage dessen Variations I.

Im Jahr 2016 erschienen zwei weitere CD-Boxen mit Klavier- und Ensemblemusik.

CD-Cover NEOS 11060

CD-Cover NEOS 11213

Box 1: Composers - Conductors

Box 2: John Cage - Communication

Box 3: Ensembles

Box 4: Pianists

NEOS Music

 

Radiogeschichte(n) der Darmstädter Ferienkurse in hr2-kultur

Unter der Federführung des Redakteurs für Neue Musik beim Hessischen Rundfunk, Stefan Fricke, sendete hr-kultur von September 2011 bis Juni 2012 vierzig Radiogeschichten zu den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt und eine zweite Staffel mit 35 Teilen von September 2013 bis Juli 2014. Dieses bisher singuläre Radio-Projekt zur Geschichte der Ferienkurse mit dem Titel „Bauhaus, Brennpunkt, Drehscheibe“ umreißt wichtige Konstanten in der Innen- und Außenperspektive der seit 1946 veranstalteten Ferienkurse. Die Sendereihe, die sowohl thematisch als auch personenorientiert angelegt war, entstand in enger Kooperation mit dem IMD und dessen Archiv zu den Ferienkursen. Umfangreiches Material aus dem IMD-Schallarchiv, das im Zuge des Digitalisierungsprojekts aufgearbeitet wurde, stand den Autoren dabei zur Verfügung.