15.08.2014

„Oper ist für mich das allergrößte“

BLOG

Ein Portrait von Gordon Kampe

 

"Alles was mit Theater, mit Musiktheater zu tun hat, da gehen mir sofort die Nerven durch." Und das aber alles andere als negativ. Die Synapsen von Gorden Kampe beginnen zu glühen – und das schon als Kind. Seinen Weg zum Komponieren bezeichnet er als einen klassischen. In der Schule wirkte er bei vielen Aufführungen großer Orchester- und Chorwerke mit. Sein Musiklehrer animierte ihn schon früh kleine Melodien und musikalische Gesten zu entwickeln. "Dann habe ich auch irgendwann gemerkt Musik ist mein Ding und hatte schon Bock auf große Oper und Orchester und so Zeug."


Der 1976 in Herne geborene Komponist und Musikwissenschaftler beschäftigt sich in den letzten Jahren vermehrt mit dem Musiktheater. Als Komponist erfindet er nicht nur Stücke für Erwachsene und versucht hier "möglichst viel Verwirrung zu stiften", ihn begeistert es auch speziell für Kinder zu komponieren. Je nach Genre und Zielgruppe verfolgt er unterschiedliche Ansätze und Ideen, in denen vielfach Musiktheatralisches eine Rolle spielt. Als sein jugendlicher Weihnachtswunsch, ein Opernabo, in Erfüllung ging, besuchte er unterschiedlichste Inszenierungen. "Die verkaufte Braut" oder "Il Trovatore". "Oper ist für mich das allergrößte", sagt Kampe. "Wenn der Vorhang hoch geht, die Bühne anfängt zu riechen und die Körper, die dabei etwas verhandeln, singen ..." Kampes Augen leuchten, seine Worte überschlagen sich dabei beinahe: !Mir geht es beim Theater um Körper, um Gesten, um Atmosphäre."


Auch Kammer- und Orchestermusik haben für Gordon Kampe immer einen latent szenischen Charakter, auch wenn im szenischen Bereich eigentlich nichts passiert. Das scheint auch im Stück "Nischenmusik für Klopfgeister", das die Band für aktuelle Musik, Decoder, am Freitag, den 08. August in der Centralstation in Darmstadt aufführte, der Fall zu sein. Schon der Titel lässt eine märchenhafte Umgebung erahnen. Kampe erkundet eine unsichtbare Welt, wo sich Klopfgeister tummeln, sich in den Nischen eines Kinderbettchens geheimnisvolle Dinge abspielen – oder im World-Wide-Web der NSA. Diesen geheimnisvollen Gestalten spürt Kampe mit musikalischen Mitteln nach. Und bei "Nischenmusik" tut er das gerne mit dem Ensemble Decoder, mit dem ihn vieles verbindet. "Ein paar davon sind ja auch selbst Komponisten und es macht natürlich immer besonderen Spaß mit Kollegen zusammen zu arbeiten, die sozusagen Composer-Performer sind."

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Von Maya Mankiewicz
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!