15.08.2014

"Es geht um die Klangästhetik"

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Ein Portrait von Alexander Schubert im Zusammenhang mit seiner Band Decoder

 

Die Improvisation brachte den Bremer, Alexander Schubert, zum Komponieren. "Ich wollte Sachen irgendwie mehr strukturieren, besser strukturieren können, zeitlich strukturieren, genauer machen. Das war für mich eigentlich der Grund zur Komposition zu gehen, sozusagen im Sinne von Sachen aufschreiben und notieren." Dem Notieren von Musik widmete er sich schließlich erst in seinem Studium, dem Masterstudiengang Multimediale Komposition an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg.


Schubert beschäftigt sich in seiner Arbeit vor allem mit zwei Themenkomplexen. Ihn beeindruckt "das Verhältnis zwischen Klang und Körperlichkeit, Körperbewegung und das andere ist musikalische Inhalte in diese komponierte Musik zu bringen, die jetzt nicht so aus der Klassik oder aus der zeitgenössischen Musik stammen, sondern eher aus dem Hardcore, Techno, Elektronika. Diese Dinge miteinander zu verweben, das ist der zweite Arbeitsschwerpunkt."

 

Schubert erforscht neue Klangwelten und Methoden, beschäftigt sich mit sensorgestützten und multimedialen Kompositionsweisen. Dabei hilft ihm auch das Wissen seines Erststudiums in Biologie und Neuroinformatik. Die Verbindung von Mensch und Musik, von Bewegung und Klang scheint seine Studienschwerpunkte zu vereinen und neue Aspekte der Komposition, des Umgangs mit Musik zu ermöglichen. Als Mitte zwanzig jähriger produzierte Alexander Schubert elektronische Musik und improvisierte, heute ist er als Komponist und Interpret in der Szene der Neuen Musik unterwegs. Seit 2011 ist er Composer-Performer im Ensemble Decoder, das sich als Band für aktuelle Musik versteht und ein Ergebnis von Freundschaften ist. "Wir teilen alle ganz klar so eine ästhetische Vorstellung. Also wir ziehen da alle an einem Strang, das heißt, auch wenn ich jetzt Stücke schreibe, gibt es ein Interesse vom Ensemble. Ich muss da auch niemanden überreden oder etwas erklären, sondern wir arbeiten uns da alle an dem gleichen Thema ab."

 

Aus der Thematik resultiert eine Ästhtetik der Kombination von nahezu allen Musikstilen und Genres, die uns umgeben: E- und U-Musik. Mit klassischen Instrumenten, Stimme und viel Elekronik: "Zusammen mit der Elektronik", sagt Alexander Schubert, der auch als Decoder-Klangregisseur tätig ist, "und gerade auch durch die Verstärkung, ist der Sound, der dann da raus kommt wirklich keine Kammermusik, sondern viel mehr wie ein experimentelles Rockkonzert."

 

Schubert ist Klangregisseur und Elektronikverantwortlicher für das Ensemble Decoder übernimmt Schubert selbst. Dadurch, dass neben ihm noch zwei weitere Composer-Performer Mitglieder des Ensembles sind, wird die Band zu einer besonders spannenden Plattform für die Arbeit.
"Wenn jetzt Leopold Hurt ein Stück schreibt, Andrej Koroliov oder ich, wir haben uns Musiker dann natürlich auch im Kopf dabei, wissen was die können, wissen auch um ihre Eigenheiten und Stärken und das ist natürlich auch total motivierend für die Musiker – Sachen auf den Leib geschrieben zu bekommen, von Leuten, die eben auch im Ensemble sind und die Musiker entsprechend gut kennen."

 

 

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Von Maya Mankiewicz
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