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The Ethics of Critique
Zweitägige Konferenz, geplant von Michael Rebhahn

Di 24. Juli 2018, 10:00 – 17:00
Lichtenbergschule (Mensa)

In englischer und teilweise deutscher Sprache
Eintritt frei

Auf Karte finden

Ihrer Wortbedeutung nach ist die Kritik ein Unterscheiden: das Gelungene vom Gescheiterten, das Wahre vom Falschen. Daraus erwächst eine enorme Aufgabe, die mit Verantwortung, Sorgfalt und Unbefangenheit erfüllt sein will. Die Inflationierung der kritischen Praxis sowie ihre Zerfaserung in Richtung einer narzisstisch überhöhten Hyperkritik unterminieren diese Kategorien allerdings zusehends. Zumal vor dem Hintergrund einer informellen Mitmachkultur in den Social Media haben sich Voraussetzungen und Ausprägungen der kritischen Praxis entscheidend gewandelt: Autoritäten wurden verschoben, die Professionalität erodiert – Kritiker scheint jeder zu sein, der seiner Meinung Öffentlichkeit einräumt. Im Setting eines zügellosen „Loslaberns“ leiden Argumentation und Stil; an die Stelle der Begründung tritt die Behauptung, statt di erenzierter Kenntnis tri t man auf sich infor- miert gebärdende Ignoranz.

The Ethics of Critique ist ein zweitägiges Nachdenken über Formen, Mittel und Gesten der Kritik, über ihre Bedingungen, Möglichkeiten, Ziele und Grenzen. Der Komponist Johannes Kreidler wehrt sich gegen den Applaus als Machtmittel, der Musikjournalist Robert Barry erörtert den Wandel der Grundbedingungen von Kritik im Zeitalter algorithmischer Meinungsbildung, und die Lyrikerin Nora-Eugenie Gomringer fragt nach den Demarkationen zwischen Kunstfreiheit, öffentlichem Zugriff und Zensur. Zudem werden in zwei Panels Wirkung und Praxis von Kritik diskutiert. How to deal with it?: Was löst Kritik aus – intellektuell und emotional? Welchen Einfluss nimmt sie aufs individuelle Arbeiten? How to do it?: Worin bestehen legitime bzw. unzulässige Mittel der Kritik? Wie verändern soziale Medien Qualität und Sprache des Kritisierens?

10:00 Statements & Reaktionen:
Kooperation Mit Dem Kurs Talking About Music

Pause

13:30 Lecture Nora-Eugenie Gomringer: Poetry – Not So Boring After All. Wie Und Warum Eugen Gomringers Gedicht „Avenidas“ Von Einer Hauswand Verschwand

In Heinrich Heines Gedicht über den alttestamentarischen Frevler König Belsazhar sind es „Buchstaben von Feuer“ die auf einer Wand auftauchen und verschwinden. Da hat Jehova das Wunder getan. An der Fassade der Alice-Salomon-Hochschule passierte etwas viel Menschlicheres, das der genaueren Betrachtung dennoch lohnt. Im Zuge der Überlegungen der Lyrikerin und Literaturwissenschaftlerin Nora Gomringer, die sich rund um den Beginn der Skandalisierung des Textes von Eugen Gomringer ergaben, werden zahlreiche Fragen aufgeworfen, die mit der Behandlung von Kunst, künstlerischem Œuvre und Persönlichkeit, Zensur und öffentlichem Raum zu tun haben.

14:30 Gespräch: How To Do It?
Mit: Theresa Beyer, Peter Meanwell, Kate Molleson Und Leonie Reineke Moderation: Michael Rebhahn

16:00 Diskussion (Optional)

Co-finanziert durch das Creative Europe-Programm der Europäischen Union Unterstützt durch das Ulysses Network

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