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Andre, Mark (Komposition)

Geboren 1964 in Paris/Frankreich. Hat nach seinem Studium in Frankreich, das er unter anderem am Pariser Conservatoire national supérieur de musique bei Claude Ballif und Gérard Grisey absolvierte, in Deutschland eine neue musikalische Heimat gefunden. Seine Begegnung mit der Musik von Helmut Lachenmann, dessen Partitur für das Klavierkonzert Ausklang ihm eher zufällig in die Hände geraten war, beschreibt er als Offenbarung. In der Folge absolvierte er von 1993 bis 1996 ein weiterführendes Kompositionsstudium bei Lachenmann an der Hochschule für Musik Stuttgart sowie ein Studium der Musikelektronik bei Andre Richard im Experimentalstudio des SWR, und er verlagerte seinen Lebensschwerpunkt nach Deutschland. Hier wurde er schon bald mit Stipendien und Preisen wie dem Kranichsteiner Musikpreis der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt (1996), dem 1. Preis des Internationalen Kompositionswettbewerbs Stuttgart (1997) und dem Kompositionspreis der Oper Frankfurt (2001) ausgezeichnet, und 1998 war er erstmals auch als Dozent zu den Darmstädter Ferienkursen eingeladen. 2002 erhielt er den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung.


Besondere Aufmerksamkeit wurde Mark Andre 2004 für die Uraufführung seines von Georges Delnon inszenierten dreiteiligen Musiktheaterwerks ...22,13... bei der Münchener Biennale zuteil. Ähnlich wie der Titel dieses Werkes, der sich auf eine Textstelle im Johannes-Evangelium bezieht, verweist auch der Name seines 2007 komplettierten Triptychons für Orchester auf ein religiöses Thema: In ...auf... , dessen letzter Teil bei den Donaueschinger Musiktagen den Preis des Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg erhielt, erforschte Mark Andre den Aspekt des Übergangs, der in der Auferstehung Christi präsent ist. Ein Faible für deutsche Präpositionen als grammatische Funktionselemente des Übergangs zeigt der Wahlberliner, auch in zahlreichen anderen Werktiteln wie den vier zwischen 2001 und 2005 entstandenen Kammermusiken ...durch..., ...zu..., ...in... und ...als...


Bei den Salzburger Festspielen 2013 brachte das Scharoun Ensemble E 2 für Cello und Kontrabass zur Uraufführung. Für die Oper Stuttgart komponierte Mark Andre seine erste Oper wunderzaichen, welche unter der Leitung von Sylvain Cambreling zu einem Höhepunkt der Stuttgarter Saison 2013/2014 wurde. Über einen Zeitraum von sieben Jahren entstanden, begleitet das Werk den in die Gegenwart versetzten ersten deutschen Humanisten Johannes Reuchlin auf seiner Reise nach Israel. Im Mai 2015 hob Carolin Widmann mit großem Erfolg das neue Violinkonzert an beim Kölner Musikfestival ACHT BRÜCKEN aus der Taufe.


In der Saison 2015/16 hat Jörg Widmann zusammen mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg im Rahmen der Donaueschinger Musiktage das Mark Andres Klarinettenkonzert uraufgeführt. Anlässlich des 80. Geburtstags von Helmut Lachenmann entsteht für Christian Dierstein ein Solo für Schlagzeug sowie ein Werk für die Neuen Vocalsolisten Stuttgart. Des Weiteren arbeitet Mark Andre an einer Trilogie für Ensemblewerke, dessen erstes Werk Riss bereits 2014 vom Ensemble Modern beim Musikfest Frankfurt erfolgreich uraufgeführt wurde. Im Frühjahr 2016 folgt das zweite Werk, interpretiert von der musikFabrik Köln.


Mark Andre ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin sowie der Sächsischen Akademie der Künste und wurde 2011 mit dem Orden Chevalier des Arts et des Lettres ausgezeichnet. Er lehrt Komposition am Straßburger Konservatorium sowie an der Musikhochschule in Dresden.

 

Nach 1998, 2006, 2010 und 2014 ist Mark Andre nun zum fünften Mal als Kompositionsdozent in Darmstadt zu Gast.

Mark Andre 2006 in Darmstadt, Foto: Günther Jockel

Mark Andre @ Edition Peters

Mark Andre auf soundcloud

Geboren 1964 in Paris/Frankreich. Hat nach seinem Studium in Frankreich, das er unter anderem am Pariser Conservatoire national supérieur de musique bei Claude Ballif und Gérard Grisey absolvierte, in Deutschland eine neue musikalische Heimat gefunden. Seine Begegnung mit der Musik von Helmut Lachenmann, dessen Partitur für das Klavierkonzert Ausklang ihm eher zufällig in die Hände geraten war, beschreibt er als Offenbarung. In der Folge absolvierte er von 1993 bis 1996 ein weiterführendes Kompositionsstudium bei Lachenmann an der Hochschule für Musik Stuttgart sowie ein Studium der Musikelektronik bei Andre Richard im Experimentalstudio des SWR, und er verlagerte seinen Lebensschwerpunkt nach Deutschland. Hier wurde er schon bald mit Stipendien und Preisen wie dem Kranichsteiner Musikpreis der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt (1996), dem 1. Preis des Internationalen Kompositionswettbewerbs Stuttgart (1997) und dem Kompositionspreis der Oper Frankfurt (2001) ausgezeichnet, und 1998 war er erstmals auch als Dozent zu den Darmstädter Ferienkursen eingeladen. 2002 erhielt er den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung.

Mark Andre 2006 in Darmstadt, Foto: Günther Jockel