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21.07.2016

Presseinformation 21. Juli 2016

MUSIC IN THE EXPANDED FIELD – Darmstädter Ferienkurse 2016

 

„The Force of Things“ ist ein post-humanes Spektakel, das sinnliche Begegnungen mit nicht-menschlicher Materie inszeniert. Licht, Klang und Objekte wandern durch den Raum und lassen ein sich stetig veränderndes Geflecht aus Schwingungen entstehen. – Ashley Fure

 

Das Komponieren und der Begriff dessen, was Musik ist, haben sich seit den Anfängen der Ferienkurse auf Schloss Kranichstein 1946 stark gewandelt. Heute arbeiten viele Komponist*innen zum Teil jenseits der traditionellen Grenzen von Musik, sie integrieren visuelle Medien und bedienen sich theatraler Praktiken. Die Darmstädter Ferienkurse 2016 haben unter dem Motto „Music in the Expanded Field“ drei Konzert-Installationen in Auftrag gegeben, bei denen Performance, Aufführungsraum, Licht, Klangbewegungen, Bewegungen der Besucher und viele andere Faktoren zu einem audiovisuellen Gesamterlebnis werden.

 

Der französische Komponist und bildende Künstler Francois Sarhan erforscht seit vielen Jahren musikalische Formen und Formate, die Konzerte, Installation und Musiktheater zusammenführen. Mit Commodity Music präsentieren Sarhan und das belgische E-Gitarren-Quartett ZWERM am 31. Juli auf der Darmstädter Mathildenhöhe ein Haus voller Musik und beleuchten darin die Bedeutung von Arbeitsteilung und Spezialisierung im Bereich der Musik.


In The Force of Things der amerikanischen Komponistin und Kranichsteiner Preisträgerin 2014 Ashley Fure sitzt das Publikum unter einem dichten Baldachin aus hängenden Gegenständen, die sich im Laufe des Stücks durch kinetische, klangliche und Beleuchtungseffekte verwandeln. Das 50-minütige Werk positioniert sich auf der Erfahrungsschwelle zwischen immersiver Installation und Live-Darbietung und untersucht musikalisch-dramatische Ereignisse, deren Mittelpunkte nicht Menschen, sondern Gegenstände sind. Das New Yorker International Contemporary Ensemble zeichnet für die Uraufführung dieses herausragenden neuen Stücks von Ashley Fure am 1. August in der Centralstation in Darmstadt verantwortlich.

 

In dem neuen hochenergetischen Stück The Lichtenberg Figures für Stimme, elf Instrumente und Elektronik reißt die österreichische Komponisten Eva Reiter einen musikalischen Raum auf, der in sehr eigenwilliger Weise und in bisweilen bizarrer Verdichtung von akustischen und elektronischen, von verzerrten und verfremdeten, von bearbeiteten und naturbelassenen Klängen bevölkert wird. In ihrem Zyklus von sieben Songs, sechs Interludien und einem Prolog, der am 3. August im Frankfurt LAB mit dem belgischen Ensemble Ictus Premiere feiert, geht es der Komponistin um ein musikalisch-klangliches „Gesellschaftspsychogramm“.

 

Die kanadische Komponistin Annesley Black entwirft in ihrem neuen Stück Tolerance Stacks eine Art Reenactment der frühen elektronischen Musikproduktion in Darmstadt. Fünf mit Instrumenten bewaffnete Musiker (mit und ohne elektronische Verstärkung) werden in eine von dem Medienkünstler Lutz Garmsen und dem Programmierer David Runge entwickelte Umgebung gestellt, wo ihre Handlungen klangliche und optische Echos der Vergangenheit erzeugen. Ein enges Geflecht aus Bezügen zu veralteter Technologie, oder zu Geräten, die aufgrund ihrer Nichterfüllung aktueller Standards als defekt bezeichnet würden entsteht. Dafür sind am 11. und 12. August in der Centralstation auch alte Bandmaschinen im Einsatz, die den Bogen zu den Anfängen der Ferienkurse spannen, als der Darmstädter Komponist Hermann Heiß in den 50er Jahren das Studio für elektronische Komposition am Kranichsteiner Musikinstitut installierte.

 

Ergänzend zu der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Ferienkurs-Geschichte reflektiert die Konzertreihe Rückspiegel die sieben Jahrzehnte Darmstädter Ferienkurse aus wissenschaftlicher Perspektive. Stellvertretend für jedes Jahrzehnt mitgestalteter Musikgeschichte wird ein Werk von Luigi Nono, John Cage, Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm, Brian Ferneyhough, Isabel Mundry und Stefan Prins exemplarisch betrachtet. Am Beginn jeder der sieben Konzert-Lectures steht eine vollständige Aufführung des Stücks, jeweils gefolgt von einem erläuterndem Kommentar von Ulrich Mosch (Genf, CH) zum historischen Kontext, zur Kompositionstechnik und zur Ästhetik sowie einer abschließenden Wiederholung der gesamten Komposition.


70 Jahre: 1946 – 2016
Internationale Ferienkurse für Neue Musik
29. Juli bis 14. August 2016

 

COMMODITY MUSIC
Sonntag, 31. Juli um 20:00, 20:45, 21:30, 22:15 im Designhaus in Darmstadt
www.internationales-musikinstitut.de/programm2016/316-31-07-2016/1906-commoditymusic.html
Produziert von La Muse en Circuit, Centre national de création musicale in Koproduktion mit dem IMD

 

THE FORCE OF THINGS
Montag, 1. August um 17:00, 19:00 und 21:00 Uhr, 2. August um 14:00 Uhr in der Centralstation (Saal)
www.internationales-musikinstitut.de/programm2016/317-01-08-2016/1812-forceofthings17.html

 

THE LICHTENBERG FIGURES
Mittwoch, 3. August um 20:00 Uhr im Frankfurt LAB
www.internationales-musikinstitut.de/programm2016/319-03-08-2016/1832-lichtenberg-figures.html

 

TOLERANCE STACKS
Donnerstag, 11. August um 19:30 Uhr in der Centralstation (Saal)
www.internationales-musikinstitut.de/programm2016/327-11-08-2016/1876-tolerance-stacks.html
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

 

RÜCKSPIEGEL
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

31. Juli 2016
Stefan Prins: Piano Hero

1. August 2016
Brian Ferneyhough: String Quartet No. 3

2. August 2016
John Cage: Piano Concerto

6. August 2016
Wolfgang Rihm: Musik für drei Streicher (nur eine Aufführung aufgrund der 45-minütigen Dauer)

7. August 2016
Helmut Lachenmann: Intérieur I

10. August 2016
Luigi Nono: Polifonica – Monodia – Ritmica

14. August 2016
Isabel Mundry: Traces des moments

 

Weitere Pressemitteilungen finden Sie unter dem folgenden Link:
www.internationales-musikinstitut.de/ferienkurse/presse/pressemeldungen.html

Akkreditierung und Bestellung von Pressekarten:
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Gefördert von Kulturstiftung des Bundes, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Jubiläumsstiftung der Sparkasse Darmstadt, Ernst von Siemens Musikstiftung, Allianz Kulturstiftung, Merck’sche Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft sowie vielen weiteren Förderern und Sponsoren
Das IMD ist ein Kulturinstitut der Wissenschaftsstadt Darmstadt.

The Force of Things, Ashley Fure (c) Ross Karre
21.07.2016

MUSIC IN THE EXPANDED FIELD – Darmstädter Ferienkurse 2016

 

„The Force of Things“ ist ein post-humanes Spektakel, das sinnliche Begegnungen mit nicht-menschlicher Materie inszeniert. Licht, Klang und Objekte wandern durch den Raum und lassen ein sich stetig veränderndes Geflecht aus Schwingungen entstehen. – Ashley Fure

 

Das Komponieren und der Begriff dessen, was Musik ist, haben sich seit den Anfängen der Ferienkurse auf Schloss Kranichstein 1946 stark gewandelt. Heute arbeiten viele Komponist*innen zum Teil jenseits der traditionellen Grenzen von Musik, sie integrieren visuelle Medien und bedienen sich theatraler Praktiken. Die Darmstädter Ferienkurse 2016 haben unter dem Motto „Music in the Expanded Field“ drei Konzert-Installationen in Auftrag gegeben, bei denen Performance, Aufführungsraum, Licht, Klangbewegungen, Bewegungen der Besucher und viele andere Faktoren zu einem audiovisuellen Gesamterlebnis werden.

 

Der französische Komponist und bildende Künstler Francois Sarhan erforscht seit vielen Jahren musikalische Formen und Formate, die Konzerte, Installation und Musiktheater zusammenführen. Mit Commodity Music präsentieren Sarhan und das belgische E-Gitarren-Quartett ZWERM am 31. Juli auf der Darmstädter Mathildenhöhe ein Haus voller Musik und beleuchten darin die Bedeutung von Arbeitsteilung und Spezialisierung im Bereich der Musik.

The Force of Things, Ashley Fure (c) Ross Karre