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Music in the Expanded Field

Music in the Expanded Field – Workshop über Audiovisualität
Dozent: Marko Ciciliani
Workshop mit Auswahlverfahren (abgeschlossen)
Für Teilnehmer*innen der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik 2016
Maximale Teilnehmerzahl: 10

Bewerbungsschluss war am 15. Dezember 2015, es sind keine Bewerbungen mehr möglich.

 

Marko Cicilianis Workshop über Audiovisualität nimmt ein zentrales Thema in der Diskussion über Intermedialität und Autorschaft ein. Der Call richtet sich somit an Komponist*innen, Musiker*innen und Klangkünstler*innen, die sich aus ihrer musikalischen Beschäftigung heraus in die visuelle Gestaltung ausbreiten wollen und damit nach einem genuin audiovisuellen Werkverständnis suchen. Ein Vortreffen der Teilnehmer*innen findet voraussichtlich im März 2016 statt – nähere Angaben dazu folgen nach der Auswahl.


Themen:
– Interaktion zwischen Bild und Musik
– Visualisierung von Musik
– Audiovisuelle Konzepte

 

Das erforderliche Equipment hängt vom jeweiligen Projekt ab. Empfehlungen:
Laptop

 

Audio software
Für fixed media: jegliche DAW, vorzugsweise Reaper 5
Für live Elektronik: SuperCollider, PureData oder MaxMSP

 

Video Software
Für fixed media: Final Cut oder Adobe Premiere
Für live Video: Processing oder openFrameworks

 

externe Kontrolle: Midi Controller oder andere Interfaces (Wii, Kinect, LeapMotion etc.) oder für spezielle Anwendungen: Arduino, Breadboard und weitere elektronische Komponeten

 

Für Licht: jegliches USB->DMX oder UDP->DMX Interface

 

Hintergrund
1978 publizierte Rosalind E. Krauss den Artikel „Sculpture in the expanded Field”, in dem sie einen grundlegenden Wandel im Verständnis des Begriffs der Skulptur in den bildenden Künsten beschreibt. Unter dem Begriff wurden – so Krauss – im Laufe der 60er Jahre mannigfaltige und untereinander kontrastierende künstlerische Praktiken zusammengefasst, die weit über das traditionelle Verständnis der Skulptur hinausgehen, wie z. B. die Konzeptkunst oder ,Land Art‘. Krauss’ Artikel markierte damit einen Verständniswandel in der Kunst, der auf einen veränderten Umgang mit künstlerischem Material und Referentialität zurückzuführen war.


Heute kann ein ähnlicher Wandel in der Musik festgestellt werden. Viele Komponist*innen arbeiten zum Teil jenseits der traditionellen Grenzen der Musik und nehmen andere Medien und Praktiken wie z. B. visuelle Mittel hinzu, ohne dabei die ursprünglich musikalische Motivation aus den Augen zu verlieren. Es entsteht bei diesen Werken oft der Eindruck, als reiche Klang allein nicht mehr aus, um musikalische Ideen in befriedigender Weise zu vermitteln. Das unterscheidet sie von traditionelleren Zusammenführungen verschiedener Medien, wo die jeweiligen Grenzen – und meistens die damit einhergehenden Autorenschaften – deutlich abzulesen sind.


Diesem Gedanken wird in dem Workshop „Music in the Expanded Field“ nachgegangen, wobei die Kombination von Musik und visuellen Medien im Mittelpunkt steht. Er richtet sich an Komponist*innen, Musiker*innen und Klangkünstler*innen, die sich aus ihrer musikalischen Beschäftigung heraus in die visuelle Gestaltung ausbreiten wollen und damit nach einem genuin audiovisuellen Werkverständnis suchen.


Die visuellen Medien, die in diesem Workshop im Mittelpunkt stehen, sind Video und Licht. Im Rahmen des Workshops wird die Realisierung ausgewählter audiovisueller Projekte betreut, die im Rahmen einer Präsentation gezeigt werden sollen. In gemeinsamen Diskussionen wird die genannte audiovisuelle Expansion von Musik reflektiert. Zentrale Fragen werden dabei u. a. sein:

 

– Mit welchen Verständnisansätzen kann man heute an das Thema Audiovisualität herangehen?
– Welche Technologien bieten sich an, um Klang und Visuelles in der Praxis miteinander zu verbinden? Wie kann Interaktivität erzeugt werden? Kann Audiovisualität Teil eines Instrumentendesigns werden?
– Welche gestalterischen Fragen ergeben sich in der audiovisuellen Arbeit?
– Können Bild und Klang als eine Kontinuität begriffen werden, oder bleiben sie an ihre medienspezifischen Rahmen gebunden?

 

Interessent*innen wurden gebeten, sich bis 15. Dezember 2015 mit einem Konzept für ein Projekt zu bewerben, das sie während der Ferienkurse realisieren möchten. Die Werke können akustische oder elektronische Instrumente verwenden oder auch als „fixed media“-Werk konzipiert sein. Video und Licht sind die primären Optionen für die visuelle Gestaltung während des Workshops, allerdings können auch andere Medien wie Laser, kinetische Skulpturen oder ähnliches hinzugezogen werden (verfügbares technisches Equipment sollte mitgebracht werden).

 

Insgesamt werden – abhängig von der Komplexität der Werke – sechs bis zehn Projekte ausgewählt. Die Auswahl der Teilnehmer*innen wird im Januar 2016 bekannt gegeben.

Voraussichtlich zwischen Mitte März und Mitte April 2016 wird ein vorbereitendes Treffen mit den ausgewählten Bewerber*innen stattfinden, in dem verschiedene Grundlagen für das Projekt erarbeitet werden. Zum einen werden theoretische Kenntnisse vermittelt, die für das audiovisuelle Themenfeld relevant sind: ein geschichtlicher Überblick über audiovisuelle Kunstformen; Konzepte audiovisueller Beziehungen zwischen Medien; Konzepte von Musik jenseits des Klangs. Zum anderen werden die angenommenen Projekte und eventuelle Vorbereitungen besprochen, so dass die Arbeitsphase bei den Ferienkursen optimal genutzt werden kann.