Geschichte

Das Internationale Musikinstitut (IMD) wurde im Jahr 1948 – seinerzeit noch unter dem Namen Internationales Musikinstitut/Schloss Kranichstein – auf Initiative des damaligen Kulturreferenten der Stadt Darmstadt, Wolfgang Steinecke gegründet, um die 1946 erstmals – damals noch unter dem Namen „Ferienkurse für internationale neue Musik“ durchgeführten Internationalen Ferienkurse für Neue Musik planvoll weiterzuführen und die Verbindung des deutschen mit dem internationalen Musikleben zu fördern. Wichtigste Grundlage hierfür sollte eine umfassende Bibliothek sein, die eine möglichst vollständige Sammlung aller wichtigen Werke der zeitgenössischen Musik anstrebt, ergänzt durch ein Archiv von Tonträgern, Fachbüchern und -zeitschriften sowie anderer Dokumente des gegenwärtigen Musiklebens. Dieses in den schwierigen Verhältnissen der Nachkriegszeit höchst anspruchsvolle Ziel konnte unerwartet schnell eingelöst werden.

 

Noch unter seinem ersten Direktor Wolfgang Steinecke (1948 bis 1961) etablierte sich das IMD international. Heute zählt es weltweit zu den wichtigsten und vielseitigsten Veranstaltern und Informationszentren auf dem Gebiet der Gegenwartsmusik. Diese Entwicklung begleiteten gerade in den ersten Jahren immer wieder Findungsprozesse und Standortbestimmungen – und damit einhergehend verschiedene Namensänderungen und Standortwechsel. 1949 wurde das IMD in Anlehnung seines damaligen Sitzes auf dem bei Darmstadt gelegenen Schloss Kranichstein in „Kranichsteiner Musikinstitut“ umbenannt.

 

Nach dem Tod Steineckes im Dezember 1961 übernahm Ernst Thomas 1962 die Leitung und baute das Institut 1963 mit dem Umzug in die Nieder-Ramstädter Straße, wo das IMD mit seiner Bibliothek und dem Archiv seitdem untergebracht ist, in Wiederanknüpfung an seine erste Benennung zum Internationalen Musikinstitut Darmstadt (IMD) aus.

 

Nach wie vor besteht die Aufgabe des IMD in der Veranstaltung, Vernetzung und Dokumentation auf dem Gebiet der Musik unserer Zeit. Für seine Arbeit wurde das IMD 1998 und 2000 mit dem Musik-Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung, 2002 mit dem Hessischen Staatspreis für Kultur ausgezeichnet.

 

In der Nachfolge Wolfgang Steineckes leiteten Ernst Thomas (1961 bis 1981), Friedrich Hommel (1981 bis 1994) und Solf Schaefer (1995 bis 2009) das IMD. Seit 2009 ist Thomas Schäfer Direktor des IMD und Künstlerischer Leiter der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt.


Veranstalter IMD

Seit seiner Gründung im Jahr 1948 veranstaltet und organisiert das IMD die Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt. Die Kurse wurden zunächst jährlich, ab 1970 dann als Biennale durchgeführt. Aber auch darüber hinaus ist das IMD immer wieder als Co-Veranstalter in Erscheinung getreten, gerade in der Anfangszeit seines Bestehens bei verschiedenen assoziierten Veranstaltungen: darunter die 1946 zum Abschluss der Ferienkurse von der Stadt Darmstadt in Verbindung mit dem Landestheater Darmstadt, der Neuen Darmstädter Sezession und dem Süddeutschen Rundfunk, Radio Frankfurt, durchgeführten „Internationalen zeitgenössischen Musiktage“ oder die bis 1955 beim Hessischen Rundfunk angesiedelte „Woche für Neue Musik“. 1987 war das Institut im Rahmen der u.a. in Frankfurt am Main durchgeführten Weltmusiktage der IGNM an der Planung und Ausrichtung der vom Hessischen Rundfunk veranstalteten Konzerte mit beteiligt.

 

Seit Herbst 2009 tritt das IMD mit Unterstützung des Kulturfonds FrankfurtRheinMain auch als Veranstalter in einer Reihe von groß angelegten Kooperationsprojekten in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main auf. Ziel ist es, die vielfältige und hochkarätige zeitgenössische Musiklandschaft dieser Region einem breiten Publikum ins Bewusstsein zu bringen und damit auch die Arbeit des IMD mit seinen vielfältigen Aufgabenbereichen noch tiefer in der Region zu verankern. Dafür kooperiert das Institut mit renommierten lokalen Veranstaltern, Ensembles und Orchestern, Komponisten, Hochschulen, Initiativen sowie dem Hessischen Rundfunk hr2-Kultur als Medienpartner.

Netzwerk IMD

Das IMD nimmt nicht nur in seiner Funktion als Veranstalter, mit seinen Kontakten zu Künstlern und Wissenschaftlern aus aller Welt, sondern auch als Informationszentrum eine zentrale Bedeutung im internationalen Neue-Musik-Netzwerk ein. 1949, nur ein Jahr nach seiner Gründung, übernahm das zu dieser Zeit als Kranichsteiner Musikinstitut firmierende IMD das Sekretariat der wieder gegründeten deutschen Sektion der „Internationalen Gesellschaft für Neue Musik“ IGNM. Zur gleichen Zeit bereitete es die Gründung der Kranichsteiner Musikgesellschaft, der örtlichen Sektion der IGNM vor, die im Januar 1950 vollzogen war. Im Verlauf der 1950er Jahre nahm das IMD zunehmend die Aufgaben eines Informationszentrum für zeitgenössische Musik wahr und wurde 1963 Mitglied im Internationalen Verband der Musikinformationszentren (ab 1986 IAMIC). Außerdem erhielt es einen Sitz im Beirat des 1998 gegründeten Bonner Musikinformationszentrum (M!Z) des Deutschen Musikrates. Einen weiteren Beitrag zur internationalen Vernetzung der zeitgenössischen Musik leistete das IMD auch als Vertretung Deutschlands beim Pariser „Centre de Documentation de Musique internationale“ ab 1953. Das IMD ist darüber hinaus Mitglied in nahezu allen wichtigen nationalen und internationalen Fachverbänden und Gesellschaften im Bereich der zeitgenössischen Musik.

Dokumentation

Eine wesentliche Grundlage für das Wirken des IMD heute sind sein Archiv und seine Bibliothek mit Schwerpunkt auf Musik ab 1946. Zum öffentlichen Sammlungsbestand zählen Bücher, Periodika, Korrespondenzen, Partituren sowie ein Foto-, Presse-, Audio- und Videoarchiv. Besonderes Augenmerk liegt auf der Dokumentation der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik, die den Kernbestand des Archivs bilden. 1958 begründete der erste Direktor Wolfgang Steinecke mit den „Darmstädter Beiträgen zur Neuen Musik“ eine eigene Schriftenreihe, die die wichtigsten Seminare und Vorträge der Ferienkurse veröffentlicht. Zahlreiche weitere Buch- und CD-Publikationen ergänzen dieseReihe.

 

1985 übernahm das IMD das Zentralarchiv der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM/ISCM). Darüber hinaus verwaltete das Institut ab 1984 zunächst das erste „Internationale Jazz Zentrum“ (einschließlich des „Joachim-Ernst-Behrendt-Archivs“ und der „Jazz-Bibliothek“), das auf Vorschlag des damaligen IMD-Direktors Friedrich Hommel ins Leben gerufen worden war. Ab 1985 stellte es das Sekretariat der „International Jazz-Federation“. Diese Aufgaben gingen 1990 an das neu gegründete Jazzinstitut Darmstadt über.

 


Das Internationale Musikinstitut (IMD) wurde im Jahr 1948 – seinerzeit noch unter dem Namen Internationales Musikinstitut/Schloss Kranichstein – auf Initiative des damaligen Kulturreferenten der Stadt Darmstadt, Wolfgang Steinecke gegründet, um die 1946 erstmals – damals noch unter dem Namen „Ferienkurse für internationale neue Musik“ durchgeführten Internationalen Ferienkurse für Neue Musik planvoll weiterzuführen und die Verbindung des deutschen mit dem internationalen Musikleben zu fördern. Wichtigste Grundlage hierfür sollte eine umfassende Bibliothek sein, die eine möglichst vollständige Sammlung aller wichtigen Werke der zeitgenössischen Musik anstrebt, ergänzt durch ein Archiv von Tonträgern, Fachbüchern und -zeitschriften sowie anderer Dokumente des gegenwärtigen Musiklebens. Dieses in den schwierigen Verhältnissen der Nachkriegszeit höchst anspruchsvolle Ziel konnte unerwartet schnell eingelöst werden.

 

Noch unter seinem ersten Direktor Wolfgang Steinecke (1948 bis 1961) etablierte sich das IMD international. Heute zählt es weltweit zu den wichtigsten und vielseitigsten Veranstaltern und Informationszentren auf dem Gebiet der Gegenwartsmusik. Diese Entwicklung begleiteten gerade in den ersten Jahren immer wieder Findungsprozesse und Standortbestimmungen – und damit einhergehend verschiedene Namensänderungen und Standortwechsel. 1949 wurde das IMD in Anlehnung seines damaligen Sitzes auf dem bei Darmstadt gelegenen Schloss Kranichstein in „Kranichsteiner Musikinstitut“ umbenannt.

 

Nach dem Tod Steineckes im Dezember 1961 übernahm Ernst Thomas 1962 die Leitung und baute das Institut 1963 mit dem Umzug in die Nieder-Ramstädter Straße, wo das IMD mit seiner Bibliothek und dem Archiv seitdem untergebracht ist, in Wiederanknüpfung an seine erste Benennung zum Internationalen Musikinstitut Darmstadt (IMD) aus.

 

Nach wie vor besteht die Aufgabe des IMD in der Veranstaltung, Vernetzung und Dokumentation auf dem Gebiet der Musik unserer Zeit. Für seine Arbeit wurde das IMD 1998 und 2000 mit dem Musik-Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung, 2002 mit dem Hessischen Staatspreis für Kultur ausgezeichnet.

 

In der Nachfolge Wolfgang Steineckes leiteten Ernst Thomas (1961 bis 1981), Friedrich Hommel (1981 bis 1994) und Solf Schaefer (1995 bis 2009) das IMD. Seit 2009 ist Thomas Schäfer Direktor des IMD und Künstlerischer Leiter der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt.