eventgrafik-2016



Klarinette

Dozent: Ernesto Molinari


Ernesto Molinari wird Einzelunterricht zum zeitgenössischen Klarinetten-Repertoire anbieten und zusätzlich im Gruppenunterricht an Themen wie zeitgenössische Spieltechniken oder Improvisation anhand von grafischen Partituren und Texten mit den Teilnehmern arbeiten.


Einen besonderen Schwerpunkt bildet CLEX - Clarinet Extended mit einem Konzert am
5. August 2016: Gemeinsamer Besuch der Proben sowie Diskussionsrunde im Gruppenunterricht und Ausblicke und Gedanken zu CLEX im Allgemeinen nach dem Konzert.

 

Weitere Schwerpunkte:

– Mikrotonalität
– Improvisation
– Obertöne
– Composition and Turntables (Open Space Session zusammen mit Jorge Sánchez-Chiong)
– Repertoire

 

 

Clarinet Extended – ongoing innovation

Weil die heutigen Kontrabassklarinetten trotz zahlreicher Verbesserungen und Weiterentwicklungen bis anhin nur bestmögliche Kompromisse erlauben, hat sich 2012 ein Berner Forscherteam auf Initiative des Klarinettisten Ernesto Molinari an die radikale Neukonzeption des tiefen Blasinstruments gewagt. Das Ziel: eine sensorisch-dynamische Kontrabassklarinette.
Ernesto Molinari, Professor an der Hochschule der Künste Bern, rief zusammen mit den Holzblasinstrumentenmachern Jochen Seggelke und Martin Suter (Fa. Clarinet Solution GmbH) sowie dem Ingenieur Daniel Debrunner, Professor für Mikrotechnik an der Berner Fachhochschule, ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Neukonzeption der Kontrabassklarinette ins Leben. Das Ziel sollte sein, ein akustisch ideal geformtes Instrument zu schaffen. Theobald Böhms Ansatz, offen stehende Halbtonlöcher  als idealen Ausgangspunkt zur Intonations- und Klangverbesserung auf  Holzblasinstrumenten zu nutzen, wurde im Forschungsprojekt auf die riesige Kontrabassklarinette übertragen. Dies ist nur möglich durch eine spektakuläre neue Idee der Klappen-Steuerung mittels Motoren. Erst damit konnten die Tonlöcher ideal platziert werden und nicht dort, wo sie über das mechanische Klappensystem überhaupt erreicht werden können. Bei der neuen Kontrabassklarinette wird das Klappensystem über eine mechatronische Steuerung betätigt: Sensoren ermitteln an den Drückern die Position des jeweiligen Fingers und Klappenaktuatoren (Elektromagnete), welche die entsprechend programmierten Klappen öffnen oder schliessen. Diese Steuerung erlaubt nicht nur deutsches und französisches Griffsystem zu programmieren, sondern mit dem elektronischen Erfassen von Spielpositionen auch e-music-Geräte anzusteuern, und zwar in Kombination mit ordinario-Spiel. Das erlaubt neue multimediale Anwendungen.


Das Kontrabassklarinetten-Projekt steht im Bereich zeitgenössischer Musik für eine neue Form musikalischer Innovation. Statt der Erweiterung des Instrumentalspiels mittels Klangverfremdungen und Spezialeffekten, wurde hier ein völlig neues Instrument gebaut, dessen „System“ vom Interpreten und Komponisten reprogrammiert und neu konstruiert werden kann. Die Anforderungen an das neue Instrument waren zahlreich und anspruchsvoll. So ist die Clarinet Extended auch nach vier Jahren intensiver Forschungsarbeit immer noch ein work in progress – unterwegs! In Darmstadt wird der erste vorläufige Prototyp vor der internationalen Community der zeitgenössischen Musik mit zwei sehr gegensätzlichen Solokonzerten vorgestellt.
Roman Brotbeck

CLEX – Clarinet Extended

Molinari, Ernesto (Klarinette)