eventgrafik-2016


Freitag, 29. Juli 2016 | 20:00 | Darmstadtium

Vortex Temporum

Choreografie: Anne Teresa De Keersmaeker
Von und mit Rosas: Boštjan Antončič, Carlos Garbin, Marie Goudot, Cynthia Loemij, Julien Monty, Michael Pomero, Igor Shyshko
Musik: Gérard Grisey: Vortex Temporum (1996)
Musikalische Leitung: Georges-Elie Octors
Ictus: Michael Schmid (Flöte), Dirk Descheemaeker (Klarinette), Jean-Luc Plouvier (Klavier), Igor Semenoff (Violine), Jeroen Robbrecht (Viola), Geert De Bièvre (Violoncello)



 

Zeitwirbel, Zeitstrudel – vortex temporum: Die richtige Metapher für das Eröffnungsprojekt der 48. Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt 2016. Seit 70 Jahren gibt es die Darmstädter Ferienkurse – 1946 wurden sie vor den Toren der damals völlig zerstörten Stadt zum ersten Mal auf Schloss Kranichstein veranstaltet. Sieben Jahrzehnte Darmstädter Ferienkurse – das bedeutet auch: sieben Jahrzehnte mitgestaltete Musikgeschichte. Mit Blick in die Geschichtsbücher und auf die aktuellen Entwicklungen der Ferienkurse lässt sich sagen: Alle bedeutenden Namen der Musik nach 1945 sind mit Darmstadt ebenso verbunden wie die zum Teil heftigen Diskussionen und Kontroversen über den aktuellen Stand des Komponierens, Interpretierens und Reflektierens.
Gérard Grisey, 1998 im Alter von nur 52 Jahren in Paris gestorben, war ein wichtiger Teil der Darmstadt-Geschichte, sein Vortex temporum für Klavier und fünf Instrumente (1994-96) gilt heute als eines der zentralen Spätwerke des Komponisten und als ein Markstein der Spektralmusik. Mehr als ein Jahrzehnt lang hat sich die belgische, international gefeierte Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker mit Griseys Stück beschäftigt und hat es immer wieder analysiert. Entstanden ist eine atemberaubende Arbeit für ein dreizehnköpfiges Ensemble (sieben Performer*innen ihrer Kompanie Rosas und sechs Musiker von Ictus) und eine knapp einstündige künstlerische Reflexion darüber, wie sich Zeit im Raum verdichtet und ausdehnt, sich zusammenzieht und entfaltet, um in einem choreografischen Kontrapunkt den Klängen, Gesten, Bewegungen und der Dynamik des Raums eine Gleichwertigkeit und Unabhängigkeit zu gestatten. Wenn Anne Teresa De Keersmaekers Vortex Temporum die Darmstädter Ferienkurse 2016 eröffnet, gastiert das aktuelle Erfolgsstück der Choreografin zum ersten Mal überhaupt bei einem Musikfestival.

Darmstadtium

Vortex Temporum, Foto: Anne Van Aerschot

 


 

Biographien
Grisey, Gérard
Rosas
De Keersmaeker, Anne Teresa
Ictus
Octors, Georges-Elie