eventgrafik-2016


Dienstag, 2. August 2016 | 19:30 | Orangerie

Extended Strings

Beat Furrer: Kaleidoscopic Memories für Kontrabass solo (2016) (DEA)

Jennifer Walshe: EVERYTHING IS IMPORTANT für Stimme, Streichquartett, Video und Tape (2015/16) (UA)
Chaya Czernowin: HIDDEN für Streichquartett und Live-Elektronik (2013/14)


Uli Fussenegger (Kontrabass)

Jennifer Walshe (Stimme)
Arditti Quartet
Jérémie Henrot (IRCAM) (Sound)

Carlo Laurenzi (IRCAM) (Computer Music Design HIDDEN)

Die Elektronik für HIDDEN wurde in den IRCAM Studios realisiert.


»Shall we attack the future or dig up the past?« — war die erste Frage bei der Planung des Arditti-Konzerts anlässlich 70 Jahren Darmstädter Ferienkurse. Immerhin hat das Arditti Quartet seit 1982 so oft in Darmstadt gastiert wie kein anderes Ensemble und die Liste namhafter Uraufführungen ist lang. Das Arditti Quartet hat diese Frage in den vergangenen gut vier Jahrzehnten eindeutig für sich beantwortet: Wir attackieren die Zukunft...! Selbstverständlich lässt sich das auch für das aktuelle Ferienkurs-Programm sagen, in dem das Quartett zwei hochkarätige Werke zweier Komponistinnen-Dozentinnen aus zwei Generationen präsentiert: HIDDEN, das jüngste Streichquartett mit Elektronik von Chaya Czernowin, »ist eine 45minütige, sehr langsame Hörerfahrung, die unsere Ohren zu Augen werden lässt. Dem Ohr wird Raum und Zeit gegeben, sich in der unvorhersehbaren Klanglandschaft zu orientieren, die einer felsigen Unterwasserlandschaft ähnelt, gefüllt mit Vibrationen, die eher gefühlt als gehört werden. Schicht um Schicht lichtet sich der Nebel. Monolithische Blöcke von ›Klangfelsen‹ werden aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Es ist ein Stück über den Versuch, die Entstehung des Ausdrucks aufzuspüren, zu erkennen und wahrzunehmen.« (Chaya Czernowin) Von Jennifer Walshes neuestem Quartett, EVERYTHING IS IMPORTANT das durch ihre eigene performative Mitwirkung ja eigentlich zum Quintett wird, ist noch nicht allzu viel bekannt: In jedem Fall steht die Auseinandersetzung mit Natur im Zentrum. Dass Elektronik und Videozuspielung eine Rolle spielen, erstaunt bei Jennifer Walshe nicht. Also in jedem Fall: auf in die Zukunft!