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Mittwoch, 10. August 2016 | 16:00 | Lichtenbergschule (Sporthalle)

Rückspiegel – Sieben Werke aus sieben Jahrzehnten: NONO

Luigi Nono: Polifonica – Monodia – Ritmica (1951)
(2 Aufführungen + Lecture in englischer Sprache)


Dozent*innen und Teilnehmer*innen der Darmstädter Ferienkurse

Leonhard Garms (Musikalische Leitung) 


Ulrich Mosch (Lecture)


In den Jahren um 1950 galt in Darmstadt zunächst Arnold Schönbergs Schaffen besondere Aufmerksamkeit. Mit seinen 1950 entstandenen Variazioni canoniche sulla serie dell’ op. 41 di Arnold Schönberg für Orchester, die hier im selben Jahr ihre Uraufführung erlebten, nahm Luigi Nono noch direkten Bezug auf den Erfinder des Reihenprinzips. Das im folgenden Jahr vorgestellte Ensemblestück Polifonica – Monodia – Ritmica lässt dann schon den Einfluss Anton Weberns erkennen. Das Werk wurde damals in einer von Hermann Scherchen, dem Dirigenten der Uraufführung, um ein gutes Drittel gekürzten Fassung gespielt. Dieser später auch gedruckten Version wird die vollständige Urfassung gegenübergestellt. 

 

Seit den Anfängen der Ferienkurse auf Schloss Kranichstein 1946 haben sich das Komponieren ebenso wie die ästhetischen Anschauungen und der Begriff dessen, was Musik ist, stark gewandelt. Ein Wandel, der sich über die Jahre im Ferienkursgeschehen und in den jeweils begleitenden Konzerten widerspiegelt. Die Konzertreihe „Rückspiegel“ möchte 2016 sieben Jahrzehnte der Darmstädter Ferienkurse mit einer kommentierten Konzertreihe reflektieren. Aus jedem Jahrzehnt wird jeweils ein Stück der Ferienkurs-Programme exemplarisch betrachtet. Wichtig ist dabei, dass der Blick auf die Vergangenheit der Blick von heute ist. Fokussiert werden die aus heutiger Sicht zentralen Aspekte an den musikalischen Phänomenen jenes Zeitraums.

Bei den sieben Konzert-Lectures steht am Beginn jeweils eine vollständige Aufführung des Stückes, danach folgt ein erläuternder Kommentar von Ulrich Mosch (Universität Genf/CH) zum historischen Kontext, zur Kompositionstechnik und zur Ästhetik und abschließend eine Wiederholung des gesamten Stückes. (Lediglich Wolfgang Rihms Streichtrio erfährt aufgrund seiner 45-minütigen Dauer nur eine Aufführung.)


Für die Zuhörer*innen hat dieses Format den Vorteil, daß dem Kommentar bereits eine erste ästhetische Erfahrung mit dem jeweiligen Stück vorausging, sie also an das zuvor Gehörte anknüpfen können. Das zweite Hören profitiert dann vom Kommentar genauso wie vom ersten Hörerlebnis.


Die Werke:
31. Juli 2016 Stefan Prins: Piano Hero
1. August 2016 Brian Ferneyhough: String Quartet No. 3
2. August 2016 John Cage: Piano Concerto
6. August 2016 Wolfgang Rihm: Musik für drei Streicher (nur eine Aufführung aufgrund der 45-minütigen Dauer)
7. August 2016 Helmut Lachenmann: Intérieur I
10. August 2016 Luigi Nono: Polifonica – Monodia – Ritmica
14. August 2016 Isabel Mundry: Traces des moments

Tickets: 5 € (nur Tageskasse)
Lichtenbergschule


Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes


Biographien
Nono, Luigi
Mosch, Ulrich