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Mittwoch, 10. August 2016 | 12:00 | Lichtenbergschule (Mensa)

Lecture: Alec Hall

Alec Hall: Music after Repetition: Acoustics of the 21st Century

Im Jahr 2010 bekam Susan Philipsz, eine vor allem für ihre Klanginstallationen bekannte Künstlerin, den Turner-Preis, den renommiertesten britischen Preis für zeitgenössische (bildende) Kunst. 2013 wurde ihr Werk Soundings: a Contemporary Score am Museum of Modern Art in New York ausgestellt. Im zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends könnte man behaupten, der Klang bekomme endlich die gebührende öffentliche Aufmerksamkeit. Was bedeutet es aber, wenn wir vom Klang in heutigen künstlerischen Kontexten über seinen traditionellen Ort in der Musik hinaus sprechen? Wie wirkt sich die Tatsache, dass viele Aspekte der neuen klanglichen Kunst zum Teil auf Quellenerkennung beruhen, auf die Erschaffung neuer Konzertmusik aus, einer Kunst, die fast gänzlich in der Abstraktion gründet? Dieser Vortrag bietet sowohl eine historische Analyse avantgardistischer Praktiken aus dem 20. Jahrhundert als auch ein präskriptives Modell für zeitgenössische Kompositionsmethoden, und reagiert dadurch auf die aktuellen Schwierigkeiten bei einer Taxonomie der klassischen Musik. Durch eine Klärung der ontologischen Trennung von dem, was der Musikwissenschaftler Michael Rebhahn als »zeitgenössische klassische Musik« und »Neue Musik« bezeichnet, stelle ich die These auf, das zentrale Problem im heutigen Komponieren sei die Fetischisierung der Materialien, die letztlich von der Weigerung der Musik herrührt, eine Behandlung der Frage der Darstellung zuzulassen. 



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