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Claire Chase
Dozentin Flöte

Claire Chase ist Musikerin, interdisziplinäre Künstlerin und Pädagogin. Von der New York Times als „die wichtigste Flötistin unserer Zeit“ bezeichnet und vom Wall Street Journal für ihre „seltene Kombination aus Anmut und Mut“ gelobt, hat Chase Hunderte neuer Werke einer neuen Generation von Künstler*innen auf fünf Kontinenten uraufgeführt. Sie setzte sich für Neue Musik ein, indem sie Organisationen aufbaute, Auftragsinitiativen gründete und Bildungsprogramme ins Leben rief, die international ein neues Publikum erreichen. Chase war 2001 Mitbegründerin des International Contemporary Ensemble und war bis 2016 dessen künstlerische Leiterin. Das Ensemble wurde mit dem Musical America’s Ensemble of the Year Award und fünf ASCAP/Chamber Music America Awards for Adventurous Programming ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde es vom New Yorker als „das führende Ensemble für neue Musik in den Vereinigten Staaten“ bezeichnet.

Im Jahr 2012 wurde Chase zum MacArthur Fellow ernannt. Im Jahr 2017 war sie die erste Flötistin, die mit dem Avery Fisher Prize des Lincoln Center for the Performing Arts ausgezeichnet wurde. 2013 rief Chase Density 2036 ins Leben, eine auf 24 Jahre angelegte Auftragsinitiative zur Schaffung eines völlig neuen Œuvres für Soloflöte im Vorfeld des hundertjährigen Jubiläums von Edgard Vareses bahnbrechendem Flötensolo Density 21.5 aus dem Jahr 1936. In der Saison 2022/23 wird Chase die ersten zehn Jahre des Repertoires von Density 2036 spielen – mit zehn Programmen und zwölf Stunden Musik, die von einer Reihe von aufstrebenden und etablierten Künstler*innen geschaffen wurden. Zu den weiteren aktuellen Projekten gehören die Zusammenarbeit mit der Sängerin und Bassistin Esperanza Spalding bei einem neuen Duo-Konzert von Felipe Lara, das von den Helsinki und Los Angeles Philharmonics unter der Leitung von Susanna Mälkki aufgeführt wird, sowie die europäische Erstaufführung von Liza Lims abendfüllendem Kontrabass-Solo Sex Magic im SouthBank Centre in London. In dieser Saison arbeitet Chase außerdem mit einem transnationalen Team von Künstler*innen, Anthropolog*innen, Wissenschaftler*innen und Klimaaktivist*innen an The Witness, einem Projekt, das von der Deep Listening-Praxis von Chases Mentorin, der bereits verstorbenen Pauline Oliveros, inspiriert ist. Chase ist Kooperationspartner von Esa-Pekka Salonen und dem San Francisco Symphony Orchestra, mit dem er in dieser Saison mehrfach auftreten wird.

Als engagierte Pädagogin ist Chase Professorin für Musikpraxis an der Harvard University, wo sie Kurse über zeitgenössische Musik, kulturelle Produktion und interdisziplinäre Zusammenarbeit gibt. Außerdem ist sie Creative Associate an der Juilliard School in New York City.

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© ️Karen Chester