de en

Hans Zender gestorben

Als musikbegeisterter Teenager besuchte Hans Zender 1951 zum ersten Mal die Ferienkurse und erlebte in Darmstadt die Wiederentdeckung der neuen Musik der Zwischenkriegszeit, insbesondere der Wiener Schule. Hier verfolgte er auch den Aufstieg der seriellen Komponisten und empfing wichtige Anregungen von Olivier Messsiaen und Henri Pousseur. Die damals – auch in Darmstadt – kursierenden widerstreitenden Stile und Richtungen bestimmten dann später, wie Rainer Nonnenmann in seiner Sendung für den Hessischen Rundfunk „Hans Zender in Darmstadt“ (hr2-kultur 2014) festhielt, nachhaltig seine pluralistische Grundhaltung. Er war Zeuge von Cages Besuch bei den Ferienkursen 1958 und lernte später die Musik von Bernd Alois Zimmermann schätzen. Diese Offenheit im Denken, Dirigieren und Komponieren zeichnete Zender immer aus – die fruchtbare Verbindung von Tradition, Moderne und Avantgarde war ihm dabei stets ein besonderes Anliegen. Nur einmal, im Jahr 2000, war Zender Dozent bei den Ferienkursen und kehrte damit fast ein halbes Jahrhundert nach seinen Besuchen als Jugendlicher nach Darmstadt zurück.

Am 22. Oktober 2019 ist der Komponist und Dirigent Hans Zender im Alter von 82 Jahren in Meersburg am Bodensee gestorben.

Print page