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Happy 100th, New York School!

11. Juni 2026, 19:00 Uhr / Kunsthalle Darmstadt

Ein Projekt der Akademie für Tonkunst Darmstadt mit Archivbeiträgen und inhaltlichen Impulsen des Internationalen Musikinstituts Darmstadt und des Künstlers Nikolaus Heyduck, Lehrinput des Jazzinstituts Darmstadt sowie in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Darmstadt

Anlässlich des 100. Geburtstags von Morton Feldman, Earle Brown und David Tudor widmet sich die Veranstaltung zentralen Ideen der New York School: offenen Formkonzepten, experimentellen Notationsweisen und einem musikalischen Denken, das Komposition, Aufführung und Klangforschung bewusst ineinander überführt.

Die Konzertinstallation findet inmitten der Ausstellung des niederländischen Künstlers Robert Zandvliet statt, dessen Arbeiten an zentrale Impulse der nordamerikanischen Farbfeldmalerei der 1950/60er Jahre anschließen. Die Ideen der New York School werden dabei in einen offenen Dialog mit den Räumlichkeiten der Kunsthalle und Zandvliets Ausstellung gesetzt. Berührungspunkte ergeben sich weniger auf der Ebene stilistischer oder formaler Parallelen als vielmehr in einer gemeinsamen Sensibilität für Wahrnehmung, Dauer und die Erfahrung von Zeit im Raum. Musik wird hier nicht als abgeschlossenes Werk präsentiert, sondern als Prozess – als etwas, das sich im Moment entfaltet, verändert und im Dialog mit Raum, Interpret:innen und Publikum steht.

Programm

FOYER
Nikolaus Heyduck
Mobile Volatils (2026) mit zwei mobilen Lautsprecherobjekten (UA)

Morton Feldman
Only (1947) für Stimme
Fabiola Schelmbauer

GROSSER SAAL
Interview-Collage “Happy 100th, New York School!” (2026)
Konzept und Materialsammlung: Lisa Angelina Hennige, Christoph Kröll

Morton Feldman
Four Instruments (1975) für Klavier, Violine, Viola und Violoncello
Jiaqian Zhou, Violine; Frauke Thomsen-Otter, Viola; Sieun Baek, Violoncello; SunYoung Nam, Klavier

Johannes Morgenroth
Grafische Notations-Komposition (2026) für sich bewegende Klarinette solo (UA)
Xin Wang, Klarinette

GARTENSAAL RECHTS
Earle Brown
Four Systems (1954)
Helena Kunkel, Gesang; Yangying Li, Violine; Yiwan Du, Violoncello; Yelysaveta Blinichkina, Harmonetta; Arne Gieshoff, Live-Elektronik

GARTENSAAL LINKS
Nikolaus Heyduck
4DT – Hommage à David Tudor (2026) (UA)
Nikolaus Heyduck, Objekte und Elektronik

GROSSER SAAL
Earle Brown
December 1952
alle beteiligten Studierenden

David Tudor, Darmstadt 1959
Severino Gazzelloni & Earle Brown, Darmstadt 1961

Darmstadt spielte für Feldman, Brown und Tudor eine Schlüsselrolle: Als
prägende Akteure der Darmstädter Ferienkurse trugen sie maßgeblich zur
ästhetischen Öffnung und Internationalisierung der europäischen Avantgarde bei. Die Auseinandersetzung mit ihrem Werk ist daher nicht nur historisch, sondern auch kulturpolitisch relevant, da sie sichtbar macht, wie ästhetische Offenheit, internationale Vernetzung und institutionelle Rahmenbedingungen wirksam ineinandergreifen. Die als Parcours angelegten musikalischen Aktionen werden durch Beiträge aus dem Archiv des Internationalen Musikinstituts Darmstadt kontextualisiert.

Initiiert aus dem Seminar „Werkstatt Neue Musik“ der Dozierenden Sun-Young
Nam und Arne Gieshoff an der Akademie für Tonkunst entstand das Projekt in
Zusammenarbeit mit dem Internationalen Musikinstitut Darmstadt (IMD) und
dem Jazzinstitut Darmstadt. Die Kunsthalle Darmstadt begleitet das Projekt als
externe Partnerin. In dieser Kooperation bündeln sich pädagogische, künstlerische und archivalische Perspektiven und machen die Ideen der New York School als lebendige Praxis erfahrbar. Zugleich knüpft das Projekt an die langjährige institutionenübergreifende Zusammenarbeit der beteiligten Häuser an und stärkt Darmstadt als Ort experimenteller Musik und offener künstlerischer Denkmodelle.

Es spielen Studierende der Akademie für Tonkunst sowie der Darmstädter
Komponist und Künstler Nikolaus Heyduck.

Anmeldung Earle Brown, Darmstädter Ferienkurse 1958
Morton Feldman, Darmstadt 1986
© ️IMD-Archiv
© ️IMD-Achiv 1959 / Foto: Hans Kenner
© ️IMD-Archiv 1961 / Foto: Pit Ludwig
© ️IMD-Archiv 1958
© ️IMD-Archiv 1986 / Foto: Manfred Melzer