Georg Katzer: Ballade vom zerbrochenen Klavier

Ballade vom zerbrochenen Klavier. Ausschnitt, Aufnahme vom 17. Juni 2020 im Studio für Elektroakustische Musik der Akademie der Künste Berlin. Die Aufnahme von Georg Katzers Ballade vom zerbrochenen Klavier dokumentiert eine Probe für ein Konzert, das der elektroakustischen Musik von Georg Katzer gewidmet war und am 16. Dezember 2020 in der Akademie der Künste, Berlin, im Rahmen der Konzertreihe „EM4 | Berliner Studios“ mit Musiker*innen des Ensembles JungeMusik stattfinden sollte, das aber pandemiebedingt ausgefallen ist.
Die Stimmen des Autors selbst, seines Sohnes und der Pianist*in erzählen vom Streben nach materiellem Eigentum, kindlichem Spiel und Freiheitsdrang und autoritären, stickigen Klavierstunden. Der ausgewählte Ausschnitt zeigt das Klavier als Symbol für Tradition (sei sie musikalisch oder sozial) und dessen Zerstörung und Verschmutzung durch unaufhaltbare Naturgewalt (die deutschen Vögel). Der preußische Wald kann nicht anders, als das Instrument zu umschlingen und sogar das heilige Symbol der musikalischen Tradition, das Klavier, wird verspottet. Auch in den bittersten ironischen Momenten verliert Katzers Komposition nie an Humor, oder wie es im Text der Ballade heißt: ‚lasst uns singen, auch in finsteren Zeiten‘.

 

Das Studio für Elektroakustische Musik der Akademie der Künste ist eine Einrichtung für experimentelle Klangkunst mit langer Tradition. Gegründet wurde das Studio 1982 von Georg Katzer (1935–2019), einem der Pioniere der elektronischen neuen Musik in der DDR, der bis 1995 die Leitung innehatte. Seit der 80er Jahren ist das Studio in der Akademie der Künste Produktionsstätte und Treffpunkt von Künstler*innen und Meisterschüler*innen und realisierte zahlreiche Produktionen, Seminare und Konzerte.