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AGAIN
Eröffnungskonzert der Darmstädter Ferienkurse: Ensemble Modern und Dirigent Enno Poppe mit Werken von Malin Bång, Brigitta Muntendorf, Olga Neuwirth und Alvin Singleton
KONZERT UND LIVESTREAM

Sa 31. Juli 2021, 19:30
Lichtenbergschule (Große Sporthalle)

Auf Karte finden

Digitales Programmheft

Malin Bång: blooming brume (2020, Live-UA) – 18′

Alvin Singleton: Again (1979) – 12′

Brigitta Muntendorf: songs two_love
I. Another Lovesorry (Neue Fassung, 2021 / aus: Ballett für Eleven, 2018) – 7′
II. Daisy, Daisy (aus: MELENCOLIA, 2021 / UA 2022) – 3’30

Olga Neuwirth: locus…doublure…solus (2001) – 25′

 

Hermann Kretzschmar (Klavier)
Ensemble Modern
Enno Poppe (Musikalische Leitung)

Als Alvin Singleton bei den Darmstädter Ferienkursen 1980 im Kompositionsstudio von Brian Ferneyhough sein Stück Again vorstellte, wurde er unter anderem gefragt, ob der Titel eine Bedeutung habe. „Titel sind für mich wie Namen“, so Singleton. „Sie bezeichnen jemanden, sagen aber nichts über die Person aus.“ Aber er hoffe natürlich, dass die Musiker*innen den Titel entsprechend interpretieren und das Stück wieder und wieder aufführen würden. Das tut das Ensemble Modern tatsächlich: Again war Teil eines kürzlich gemeinsam mit dem Komponisten George Lewis entwickelten Programms mit Musik der Afro-Diaspora, das schon an mehreren Orten gespielt wurde. Für die Ferienkurse ist die Wiederbegegnung mit Alvin Singleton der Ausgangspunkt für einen Blick in die Archive: Der 1940 in Brooklyn geborene Komponist war 1972, 1974 und 1980 als Teilnehmer in Darmstadt. 1974 gewann er den Kranichsteiner Musikpreis für seine Komposition Be Natural. Das Stück Again, uraufgeführt 1979 beim Festival Steirischer Herbst, wurde allerdings in Darmstadt noch nicht live gespielt.

Der Titel „Again“ steht für die Darmstädter Ferienkurse natürlich auch programmatisch für das Wiederanfangen, trotz eines noch von der Pandemie gezeichneten Festivals. Zur Eröffnung der 50. Ausgabe der Kurse präsentiert das Ensemble Modern außerdem Musik von Olga Neuwirth, Brigitta Muntendorf und Malin Bång. Die musikalische Welt der Schwedin Bång ist sehr an Geräuschen interessiert, auch denen des Alltags. Beim Schreiben von blooming brume dachte die Komponistin an die Klangumgebung ihrer Kindheit in einem von Industrie und Verkehr geprägten Göteborger Vorort. Wie Malin Bång ist auch die Kölner Komponistin Brigitta Muntendorf zum ersten Mal Dozentin in Darmstadt. Aus ihren meist multimedialen Arbeiten hat sie zwei Konzert-Miniaturen für das Ensemble Modern ausgekoppelt. Olga Neuwirths locus…doublure…solus für Klavier und Ensemble zählte Pierre Boulez zu einer bedeutenden Erweiterung der Klavierliteratur: „ein siebensätziges Kompendium unterschiedlicher stilistischer Aspekte des Klavierspiels (…). Die Klangfarben des Solisten werden von einem ‘Double’ auf dem Sampler-Keyboard ergänzt, das den Tonraum des Klaviers durch Mikrotöne erweitert; auf ähnliche Weise erkundet das Ensemble einen erweiterten musikalischen Raum. Das Werk zeigt Olga Neuwirths Fähigkeit, Klänge auf kreative Weise zu organisieren. Ihr Material befindet sich in einem Zustand des Fließens, so dass der Hörer in eine Erfahrung hineingezogen wird, die auf faszinierende Weise verunsichert.“

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die Jubiläumsstiftung der Sparkasse Darmstadt und die Merck’sche Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft

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© ️Vincent Stefan